Dunkle Nächte in Berlin

Jana ist 24, Berlinerin. Eigentlich zugezogen, wie ja fast alle in Berlin. Es gibt wohl keine eine andere deutsche Stadt, die mit so vielen Phantasien, Wunschvorstellungen, Erwartungen und Freiheiten verbunden wird, wie die einstmals geteilte Metropole. So kommt es, dass junge Leute aus ganz Deutschland und Europa hier ihre jahrelang projizierten Träume endlich ausleben wollen. Auf junge Frauen und Männer zwischen 20 und 30 Jahren übt Berlin immer noch eine nahezu magische Anziehungskraft aus. Vor allem aus den Kleinstädten kommen sie gern und dabei gilt oft: je spießiger die Homebase, desto schriller geben sie sich in der Hauptstadt. Alles muss raus. Vielleicht ist es auch die pure Lust am Leben, die sonst ja eher unterdrückt wird. Über die Jahre werden sie dann selbst ein Teil der Stadt und tragen zu der bunten Mischung bei, die wiederum die nächsten Neu-Berliner anzieht. So war es auch im New York der 70iger und im London der 80iger Jahre.
Zurück zu Jana. Sie macht „irgendwas mit Medien“ – natürlich. Wenn man sie tagsüber über die Straße gehen sieht, mit Ihrem unbeschwerten Gang, ahnt man nicht, was für dunkle Geheimnisse, ja sogar Abgründe, sich hinter der Stirn ihres hübschen, unschuldig wirkenden Gesichts verbergen.

BAGGER SIE AN.NICHT.

Freundlich grüßt sie den grummeligen Typen im Späti und weicht Leuten auf der Straße mit einer geschickten Hüftbewegung aus. Allein daran erkennt man, dass Jana keine waschechte Berlinerin ist. Auch der obligatorische Coffee-to-go gehört zu ihren täglichen Routinen, egal ob morgens oder mittags – ohne Smartphone und Pappbecher in der Hand geht bei ihr gar nichts. Aber wehe, man versucht sie anzubaggern. Da blitzen ihre Augen sofort auf und verengen sich zu Schlitzen. Das kann sie gar nicht leiden. „Dumme Touristen, wenn die wüssten …“, denkt sich Jana. Endlich hat sie ihr Büro erreicht. Natürlich in Mitte, der angesagte Platz für Hipster, Start-Ups und Medien aller Art. Natürlich. Auch wenn es cool aussieht, eigentlich will sie nur den Tag überleben. Für die Nacht. Dann beginnt für Jana das Leben. Dann ist sie anders. Es ist, als ob sich auf die Farbe und die Temperatur ihres Blutes ändern.
Heute Abend möchte sie in einen neuen Club. Er ist irgendwo, wo sie noch nie war. Kitkat, RAW-Gelände, das hat sie alles schon durch. Dieser Club ist anders. Man findet ihn in keinem Cityguide – er ist geheim, er ist verboten und er soll extrem geil sein. Einen Namen hat er nicht. Angeblich geben sich Promis aus aller Welt dort die Klinke in die Hand. Jana ist aufgeregt. Nervös macht sie sich zuhause fertig. Sie prüft ein letztes Mal den Sitz ihrer Strumpfhose. Wirft einen Blick in den Spiegel, es ist wahrscheinlich der zehnte. Die Haare, das Make-Up, alles gut. Diese Nacht gehört ihr.

PLÖTZLICH SCHRITTE HINTER.IHR.ATEM GEHT SCHNELLER

Es wird dunkel in Berlin. Die Straßen sind noch voll. Mit zielstrebigem Gang geht sie durch die Menge. Sie ist gelangweilt von den austauschbaren Gesichtern, die sich – meist in größeren Gruppen von Kneipe zu Kneipe, von Bar zu Bar, bewegen. Und so aussehen, als hätten sie Spaß. Und diese Selfies. Es ist unerträglich. Warum lebt niemand im hier und jetzt. Die eigene Phantasie ist doch das schönste Selfie. Jana will es extremer. Langsam entfernt sie sich von den belebten Plätzen, geht durch kleinere Nebenstraßen, lässt das Stimmengewirr immer weiter hinter sich zurück. Bis sie plötzlich ganz allein ist. Sie stockt kurz. Es scheint hier plötzlich dunkler. Und auch kälter. Jana sieht ihren eigenen Atem.
Irgendwo hier muss es sein. Gleich wird sie den versteckten Club finden und sich in eine unvergessliche Nacht stürzen. Sie spürt Blicke in ihrem Rücken. Irgendjemand muss sie heimlich beobachten. Jana dreht sich um, doch es ist niemand zu sehen. Langsam geht sie weiter. Und dann hört sie die Schritte. Schnell kommen sie näher. Nach links in einen Hauseingang. Ein typischer Berliner Hinterhof. Die Schritte folgen ihr. Jana will jetzt einfach nur in irgendeine Wohnung, sucht die Klingelschilder. Gerade als sie den Finger austreckt und kurz vor dem Knopf ist, spürt sie den Arm. Er umschlingt sie von hinten, sie spürt einen muskulösen Bizeps an ihrem Kehlkopf. ,Dreh dich nicht um!‘ Es ist eine tiefe, männliche Stimme. Jana hält den Atem an. Sie überlegt fieberhaft, aber sie kennt diese Stimme nicht. Es ist ein Unbekannter. Und sie hat ein ganz bestimmtes Gefühl, was jetzt passieren wird.

SEIN ARM UMSCHLINGT IHREN HALS. FEST. ZU FEST.

Sein Arm umschlingt weiter ihren Hals, er drückt jetzt fest zu. Mit der anderen Hand zieht er ihre Strumpfhose mitsamt des Slips herunter. ,Nein, nicht‘ will sie am liebsten schreien, aber es ist mehr ein Stöhnen.
Hart dringt er ein.
Sie will sich umdrehen, in sein Gesicht sehen, aber sie traut sich nicht. Die Stöße werden tiefer. Mit beiden Händen stützt sie sich jetzt an der Hauswand ab. Die kalten Steine hinterlassen Druckstellen an ihren Handinnenflächen, aber ihr ist das jetzt egal. Sein unterdrücktes Stöhnen wird langsam lauter, es ist animalisch. Sie kann sich nicht wehren, sie will sich nicht wehren. Jeder Stoß steigert jetzt ihre Lust. Sie presst ihm ihr becken entgegen, spannt die Muskeln an, um ihn noch enger zu spüren. Er ist so erregt, dass er ihr fast die Kehle abschnürt. Jana bekommt kaum noch Luft, aber sie riecht sein herbes, männliches Parfum. ,Jetzt gibt es mir so richtig.‘ denkt sie. ‚Komm, komm, komm… in mir.‘

Dann kommt Jana zu sich. Sie ist gekommen. Mehrfach. Die Hand zwischen ihren Schenkeln.
Jana liegt in ihrem eigenen Bett.

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About the author

Geschichtenerzählerin. LUSTig, Mag: CoconutKiss, Sommer, Strand, Urlaub, Reisen, Abenteuer, Schnee, Berge, Snowboard, Freundinnen, Bekanntschaften. Mag nicht: enge Räume und Höhlen. Augen verbinden, Diät. Mag besonders: Stories aufzuschreiben. Ob selbst erlebt, von Freundinnen gehört oder ganz intime Fantasien und reine LUSTgedanken - könnt ihr selbst entscheiden. Natürlich könnt ihr mich auch fragen - ich werde es euch aber garantiert nicht verraten ;-)
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